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Popkolumne, Folge 40

Prinz Pi, Keanu Reeves, Shakira, Mauerfall: Die Popwoche im Überblick

Na, seid Ihr auch schon aufgeregt? Am Wochenende jährt sich zum 30. Mal das mythische Ereignis, dass David Hasselhoff auf einem Motorrad durch die kalte Novembernacht düste, geradewegs durch die Berliner Mauer knatterte und das „Ende der Geschichte” einläutete. Patti Smith, die West-„Punk“-Band Fehlfarben ihre Ost-Kollegen Zerfall haben diese Woche schon ihre Hohelieder auf den Mauerfall gesungen. Bis am Samstag Einigkeit und Recht und Freiheit ist, wird hier aber, wie eigentlich immer an dieser Stelle, noch ein bisschen über die Popwoche genölt und gejubelt.

No-Brainer der Woche: Prinz Pi

Prinz Pi beim Hurricane Festival 2018

Oops, he did it again: Prinz Pi, der Reimebub aus Zehlendorf, hat sich mal wieder als Mitte-Extremist geoutet. In einem Gespräch mit Manuellsen und anderen verstieg sich der ehemalige Prinz Porno, der mittlerweile sogar mit Formatradio-Bärchen Mark Forster gemeinsame Sache macht, zu einer gefährlich blöden Aussage: „Ich hab das nie erlebt, dass in dieser HipHop-Szene jemand diskriminiert wurde, wegen seinem [sic!] Geschlecht oder wegen seiner Herkunft oder sowas.“

No shit, Sherlock – immerhin ist Prinz Pi ja auch weiß, aufgewachsen in einem bürgerlichen Berliner Stadtteil und zur Schule gegangen auf einem Elitegymnasium. Dass er also selbst also keinen Rassismus kennt: logisch. Wie er allerdings den Stunt hinbekommt, angeblich nicht gemerkt zu haben, wie weiß HipHop in den 90er-Jahren war, von welchen Anfeindungen Rapperinnen wie Lady Bitch Ray seit Jahren berichten und wie ressentimentgeladen viele Lyrics sind: Alle Achtung! Und all das, nachdem in der jüngsten Zeit ausgiebig und breitenwirksam über Antisemitismus im Rap (Hallo, Kollegah!) und Sexismus (Grüß dich, Gzuz!) diskutiert wurde.

Schon vor zwei Jahren hat sich Prinz Pi mit der leutselig-verkürzten Aussage „Ganz rechts und ganz links – da sind die Fäuste. Das Gehirn ist in der Mitte, ebenso wie das Herz” auf extremismustheoretischer Linie mit der CDU präsentiert. Kann man ja machen, Frei.Wild und Horst Seehofer sind mit ähnlichen Thesen sehr erfolgreich. Das Ärgerliche an Prinz Hufeisentheorie ist nur, dass er trotz seiner Herkunft eine Art soziale Außenseiteridentität zu konstruieren versucht – wie zuletzt in Songs seines 2017er-Albums NICHTS WAR UMSONST. Klar, Probleme haben auch die größten Privilegienhengste. Darüber reden dürfen, sollen, müssen sie eh – wäre ja noch schöner, wenn sich niemand oberhalb des Existenzminimus über sein Leben beschweren dürfte. Aber in die Welt zu posaunen, die eigene Szene sei ein diskriminierungsfreies Wunderland, und sich selbst immer wieder in die Underdog-Pose zu werfen, ist mindestens ärgerlich. Wer noch immer die Hoffnung hatte, dieser Typ hätte Interessantes über die Gesellschaft zu berichten: Vielleicht lässt man sie besser fahren.

„In Touch“-Thema der Woche: Keanu Reeves hat eine neue Freundin

Keanu Reeves hat das Internet kaputtgemacht. Dabei hat der Schauspieler nicht mehr getan, als sich zum ersten Mal öffentlich mit seiner neuen Freundin zu zeigen, der Bildenden Künstlerin Alexandra Grant. Die ist zwar immerhin neun Jahre jünger als er, hat aber, oh my god, graue Haare. Für viele Medien und Online-Kommentatoren Grund genug, ordentlich loszulästern – oder aber Reeves endgültig heilig zu sprechen.

Dieter Jakob


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