Woody Allen weist Missbrauchsvorwürfe aus neuer Doku zurück

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Die HBO-Doku-Serie „Allen V. Farrow“ von Amy Ziering und Kirby Dick greift alte Berichte auf, nach denen Woody Allen erneut der sexuellen Belästigung beschuldigt wird. Der Oscar-Preisträger und seine Frau und einstige Adoptivtochter Soon-Yi Previn weisen nun ein weiteres Mal alle Anschuldigungen zurück.

„Diese Dokumentarfilmer hatten kein Interesse an der Wahrheit“

Die Doku-Reihe, deren Sendetermin und Sender hierzulande noch aussteht, greift nochmals die Anschuldigungen von Allens Adoptivtochter Dylan Farrow auf, die ihrem Adoptivvater unterstellte, sie sexuell missbraucht zu haben. Die Dokumentation beschäftigt sich mit den Berichten aus der Yale New Haven Klinik für sexuellen Kindesmissbrauch, die damals Dylans Aussagen überprüften und schließlich die Vorwürfe gegen Woody Allen für unglaubwürdig befanden.

In einem Statement des Sprechers von Woody Allen und seiner Frau Soon-Yi Previn, sagt der Regisseur bezüglich der erneuten Vorwürfe (via Deadline): „Diese Dokumentarfilmer hatten kein Interesse an der Wahrheit. Stattdessen verbrachten sie Jahre damit, heimlich mit den Farrows und ihren Handlangern zusammenzuarbeiten, um eine mit Unwahrheiten gespickte Hetzjagd zusammenzustellen.“

„Wie seit Jahrzehnten bekannt ist, sind diese Behauptungen kategorisch falsch“

Der Pulitzer-Preis-gekrönte Reporter und Sohn von Woody Allen, Ronan Farrow, hat 2018 einen Dreijahresvertrag bei HBO unterschrieben, um investigative Dokumentarfilm-Specials zu machen. „Allen v. Farrow“ ist jedoch keine Ronan-Farrow-Produktion. Der Journalist taucht in der Serie nur thematisch auf und hat sie, entgegen Allens Behauptungen, offiziell nicht mitproduziert.

Woody und Soon-Yi seien vor weniger als zwei Monaten bezüglich der Anschuldigungen kontaktiert worden und hatten wohl nur wenige Tage Zeit zu antworten. Sie lehnten jedoch eine Stellungnahme ab. Nun sagt der Sprecher: „Wie seit Jahrzehnten bekannt ist, sind diese Behauptungen kategorisch falsch“. Mehrere Agenturen hätten bereits die Vorwürfe untersucht und herausgefunden, dass „entgegen Dylan Farrows Überzeugungen absolut kein Missbrauch jemals stattgefunden habe“.

Allens Sprecher erwähnt außerdem die Geschäftsbeziehung zwischen HBO und Farrow: „Es ist traurigerweise nicht überraschend, dass das Netzwerk, das dies ausstrahlt, HBO ist – welches eine Produktionsvereinbarung und Geschäftsbeziehung mit Ronan Farrow hat. Während diese schlampige Hit-Serie wahrscheinlich Aufmerksamkeit erregt, ändert sie nicht die Fakten.“

Doku berichtet einseitig

Die Doku-Filmemacher Ziering und Dick sagten, dass sie nach der Kontaktaufnahme mit Woody Allen von diesem nie eine Antwort bezüglich der Vorwürfe erhielten.

Abgesehen davon sagten sie gegenüber „Deadline“ überraschenderweise, dass sie ohnehin nicht daran interessiert seien, die Seite der „Mythenmacher“ in ihrer Doku-Serie zu zeigen und deswegen keine Argumente, die für Allen sprechen, berücksichtigten.

Stattdessen hielten sie sich strikt an die Berichte von Dylan und Mia Farrow, Dylans Adoptivmutter und Allens ehemalige Partnerin, und an andere Quellen, die ihre Argumente unterstützen.

Fakten ignoriert: Mia Farrows Bruder ist verurteilter Kinderschänder

Der Dokumentarfilm sei jedoch nicht nur einseitig, sondern ignoriere auch wichtige Fakten, wenden die ersten Kritiker*innen des HBO-Formats ein. Darunter die Tatsache, dass zwei der adoptierten Farrow-Kinder Suizid begangen hatten. Auch verschwiegen blieb Mia Farrows Bruder John Charles Viller-Farrow, der ein verurteilter Kinderschänder ist und sieben Jahre im Gefängnis verbrachte.

Am Montag erscheint der erste Teil der vierteiligen Serie „Allen v. Farrow“ auf HBO. Die darauffolgenden Teile werden die nächsten drei Sonntage nacheinander ausgestrahlt.

+++ Dieser Artikel erschien zuerst auf rollingstone.de +++


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