„Ich habe einfach nur versucht keine Fehler zu machen“: Laas Unltd. spricht über die Zeit bei Bushidos Label EGJ

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Geschulten Deutschrap-Fans dürfte der Name Laas Unltd. ein Begriff sein. Obwohl Laas sich selbst als ewigen „Underground Rapper“ bezeichnet, werden er und sein Talent von vielen Leuten in der Szene respektiert. An dem kommenden Shirin-David-Album BITCHES BRAUCHEN RAP hat der Musiker beispielsweise als Songwriter mitgearbeitet. Große Aufmerksamkeit erhielt er, als er neben bekannten Rappern wie Shindy, Samra und AK Ausserkontrolle bei Bushidos Label EGJ unter Vertrag stand. Aktuellen Ausführungen des Rappers zufolge war diese Zeit aber vor allem von einem Zustand geprägt: Angst.

Laas berichtet von psychischem Druck und seinem alten Homie „Angst“

In seiner Instagram-Story machte der Rapper einen historischen Abriss über die Zeit bei EGJ und ließ dabei tief in seine eigene Gefühlswelt blicken. So berichtete er, dass seine musikalische Karriere vor seinem Einstieg bei Bushidos Label im Grunde brach lag, er finanzielle Probleme hatte und kurzzeitig sogar obdachlos war. Ganz unvermittelt sei dann eine Anfrage aus Bushidos Umfeld gekommen. Es ging dabei um die Mitarbeit an einem Album des Rappers Ali Bumaye. Arafat Abou-Chaker, der damals Bushidos Geschäftspartner und ebenfalls Label-Chef war, habe ihn schließlich komplett ins Team geholt. Für Laas, der zu diesem Zeitpunkt kurz davor war Deutschrap den Rücken zu kehren, sei das eine unerwartete und einmalige Chance gewesen, wieder erfolgreich Musik zu produzieren.

„Nun war ich nach 15 Jahren Struggle endlich mal irgendwo angekommen, wo es plötzlich wieder Sinn machte, an meine Musik zu glauben.“

Jedoch wurden die finanziellen Probleme nun von ganz anderen Problemen verdrängt. Durch seine Position als Signing von Bushido, sei ein psychischer Druck entstanden, von nun an alles richtig zu machen, um das neu gewonnene Team nicht zu enttäuschen beziehungsweise Bushido und Arafat nicht zu „verärgern“.

„An diesem Punkt kehrte ein alter Bekannter in mein Leben zurück, der mir zu meinem Erstaunen plötzlich viel größer und beunruhigender als jemals zuvor erschien. Mein guter Homie namens Angst.“

Laas wird zum Mittelpunkt eines HipHop-Beefs, den er gar nicht wollte

Der Druck auf den Rapper spitzte sich zu, als Bushido ihn für eine Machtdemonstration missbrauchte. Bei einem gemeinsamen Treffen machte Letzterer eine Ansage über Social Media, die sowohl Konsequenzen für Laas, als auch für das gesamte Label mit sich zog. In dem Video drohte Bushido jedem, der mit Laas Probleme habe, mit Konsequenzen, da dieser jetzt in seinem Team sei. Dabei handelte es sich um eine indirekte Kampfansage an Kollegah und Farid Bang, die Laas Unltd. zuvor in mehreren Song gedisst hatten. Eine Fehde, die laut Laas zu diesem Zeitpunkt eigentlich schon beendet war.

„Es ging jedoch nicht darum, sich hinter einen Underground Rapper zu stellen. Es ging darum Macht zu demonstrieren. So wurde mein Name zum Auslöser einer der größten HipHop-Streitigkeiten in der bisherigen Deutschrap-History.“

Von diesem Zeitpunkt an habe sich Laas selbst dazu verpflichtet gefühlt, gegen Kollegah und Farid Bang zu feuern und zwar aus der Angst heraus, seine neuen Labelchefs zu enttäuschen. Angesichts der Tatsache, dass Laas sich nun zwischen den Fronten zweier Camps mit großen Egos befand, wuchs Laas‘ Angstgefühl zu einem „Giganten“, was ihn sogar daran hinderte, an seiner Musik zu arbeiten.

Dazwischen stehe ich. Ein Typ, der einfach nur Rappen wollte und sich zu dem Zeitpunkt nicht ein einziges Mal in seinem Leben geschlagen hatte.

Letztendlich habe er es geschafft, seine Ängste zu besiegen und gestärkt aus der Situation herauszukommen. Auch hege er keinen Groll gegen die damals rivalisierenden Camps und richtete sogar Grüße an Kollegah, Farid Bang, Bushido und Arafat aus. Laas‘ ehrliches und friedensstiftendes Statement wird aktuell von vielen HipHop-Medien geteilt. Aktuell nutzt Laas die gewonnene Aufmerksamkeit um über seine psychische Verfassung zu sprechen und vermeintliche HipHop-Streitigkeiten aus der Vergangenheit zu entkräften. Sein Statement hierzu: „Wir haben viel wichtigere Dinge zu tun. Und zwar gute Musik machen.“


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