Neuer Preis nach ECHO-Aus: Auf ECHO Klassik folgt jetzt Opus Klassik

Die Klassikbranche hat sich einen neuen Preis geschaffen. Nach dem Aus der Musikpreise ECHO Klassik, ECHO Pop und ECHO Jazz im April 2018 will ein neugegründeter Verein zur Förderung der Klassischen Musik noch in diesem Jahr eine Alternative ausloben: Die Preisverleihung des sogenannten Opus Klassik soll erstmals am 14. Oktober 2018 im Berliner Konzerthaus stattfinden und um 22 Uhr im ZDF ausgestrahlt werden.

Musikkonzerne, unabhängige Platten-Label, Verlage und Konzertveranstalter stehen hinter dem neuen Verein, unter anderem die Deutsche Grammophon, Sony Music, Warner Music sowie der Verband der unabhängigen Label CLASS zählen zu seinen Mitgliedern. Der für den ECHO verantwortlich gewesene Bundesverband Musikindustrie (BVMI) bleibt außen vor.

Im ersten Jahr soll das Regelwerk des Opus Klassik noch weitgehend dem des ECHO Klassik gleichen.

Kollegah und Farid Bang sägten den ECHO ab

Im Vorfeld, während und nach der ECHO-Verleihung 2018 kam es zum Eklat, weil die Rapper Kollegah und Farid Bang trotz geschmackloser und entsprechend kontrovers diskutierter Textzeilen für einen ECHO nominiert wurden, einen gewannen und zudem live auftreten durften. Sogar ECHO-Rekordhalterin Helene Fischer meldete sich in dieser Angelegenheit zu Wort, zahlreiche Preisträger, darunter Daniel Barenboim und Marius Müller-Westernhagen, wollten ihre Trophäe(n) zurückgeben. Der verantwortliche BVMI reagierte schließlich mit der Abschaffung des ECHO – in seiner bisherigen Form.

In einem Statement teilte der Vorstand des BVMI mit, dass der ECHO „ein großartiger Preis und zugleich zentrales Branchenevent mit vielen bewegenden Momenten und herausragenden Künstlerinnen und Künstlern gewesen“ sei. Es stehe „außer Frage, dass Deutschland als drittgrößter Musikmarkt der Welt zur genre- und generationsübergreifenden Auszeichnung von Künstlerinnen und Künstlern weiterhin Musikpreise mit Leuchtturm-Charakter braucht“. Allerdings, so hieß es weiter, dürfte ein solcher Preis „keinesfalls als Plattform für Antisemitismus, Frauenverachtung, Homophobie oder Gewaltverharmlosung wahrgenommen“ werden.

Der BVMI-Vorstand bot ferner um Entschuldigung für das „um den diesjährigen Echo herum Geschehene“. Dies könne „zwar nicht mehr rückgängig gemacht werden“, man wolle aber dafür sorgen, „dass sich ein solcher Fehler in Zukunft nicht“ wiederhole.



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