Nina Hagen

Die 1955 geborene Catharina „Nina“ Hagen machte sich als eine der wichtigsten Vertreterinnen der deutschen Punk-Bewegung einen Namen, zuvor wurde sie mit dem Song „Du hast den Farbfilm vergessen“ populär. Durch ihr außergewöhnliches Auftreten und ihren punkigen Stil nannte man sie bald die deutsche Godmother of Punk. Im Lauf ihrer Karriere, die geprägt wurde von diversen Kollaborationen und musikalischen Experimenten, sorgte sie oft mit Skandalen, ihrer Spiritualität und sogar UFO-Theorien für Aufmerksamkeit. Nina Hagen avancierte zur deutschen Medien- und Kultfigur.

1974 wurde Nina Hagen von der Band Automobil entdeckt, die später zu ihrer Begleitband wurde. Zwei der Bandmitglieder schrieben für sie den Song „Du hast den Farbfilm vergessen“, der zu einem der bekanntesten Songs der DDR wurde und Nina Hagen schlagartig bekannt machte.

1976 ging Nina Hagen nach Großbritannien und ließ sich dort von den Sex Pistols und anderen Bands der Punk-Bewegung inspirieren. Nach ihrer Rückkehr in die BRD erschien 1978 das international beachtete Album „Nina Hagen Band“, das von Hagens theatralischem Gesang geprägt war.

Dank ihrer wohlbekannten Star-Allüren wechselten ihre Begleitmusiker des Öfteren – eine Situation, die sich auch im Titel des 1979 veröffentlichten Albums „Unbehagen“ widerspiegelt. Für einen ihrer bekanntesten Skandale sorgte sie im gleichen Jahr in der österreichischen Diskussionssendung „Club 2“, als sie zwar bekleidet, aber dennoch explizit verschiedene Masturbationsstellungen demonstrierte. In den Folgejahren fiel Nina Hagen vor allem durch ihre spirituellen Überzeugungen, UFO-Theorien und ihr Engagement für den Tierschutz auf.

Beraten vom Mode-Designer Jean-Paul Gaultier definierte sie ab 1985 ihren Stil klar als Punk-Rock-Diva, wobei sie ihre musikalische Identität noch immer zu suchen schien: Sie sang mal Englisch, mal Deutsch, und glänzte hauptsächlich durch Gastauftritte und Kollaborationen, wie etwa mit dem Duett „Solo“ mit Thomas D. 1997. Sie sang Bertold Brechts „Dreigroschenoper“ ein, initiierte aber auch indische Abende, an denen sie ihrer Spiritualität freien Lauf ließ und mit den gespendeten Einnahmen ihr soziales Engagement bewies. 1999 stellte sie die Zusammenarbeit mit Thomas D., aber auch mit Bands wie Oomph! und Apocalyptica in den Vordergrund ihres Schaffens.

2010 veröffentlichte Nina Hagen eine Autobiographie sowie nach vier Jahren musikalischer Pause ihr Album „Personal Jesus“. Zuvor fiel sie trotz regelmäßig veröffentlichter Alben hauptsächlich als Medien- und Kultfigur auf.

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