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Das hier sind die wahren Song-Botschaften von Max Giesinger und Co.

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Jan Böhmermann war nicht der Erste, der den Unsinn in Texten und Musik deutschsprachiger sogenannter Pop-Poeten erkannt hat – aber er hat es in seinem 20-minütigen „Eier aus Stahl“-Rant neulich am öffentlichkeitswirksamsten formuliert. Ihr habt das alle gesehen und gelacht: Von Industriemusik war da die Rede, von den immergleichen Themenbausteinen „Leben“, „Menschen“, „Tanzen“ und „Welt“ sowie davon, dass diese erfolgreichen Radiohits im Grunde auch von Schimpansen oder Sami Slimani geschrieben werden könnten. Gesagt, getan: Böhmermann und sein Team produzierten einen Song, dessen Text sich aus Fetzen aus Werbeclips, Tweets bekannter YouTuber und bekannten Zeilen kritisierter Lieder zusammensetzte – zufällig ausgewählt von Schimpansen aus dem Gelsenkirchner Zoo. Böhmermanns erklärtes Ziel war, die Tierchen mit dem Ergebnis einen ECHO 2018 gewinnen zu lassen. Und siehe da: Am Tag nach seiner Veröffentlichung pünktlich zum einmal mehr albernen ECHO 2017 stand „Menschen, Leben, Tanzen, Welt“ tatsächlich auf Platz 1 der deutschen Charts. Ist aber auch ein verdammter Ohrwurm geworden!

Weil wir jedoch volles Verständnis dafür haben, dass einigen Hörern selbst die Texte von Bendzko, Bourani und Co. voll deep vorkommen und anderen Hörern deren Songs voll auf die Eier gehen, haben wir hier einen kleinen Service für Euch: Wir haben die Lyrics ausgewählter „Industriemusik“ für Euch zusammengefasst. Zum mitreden oder weghören, wie Ihr wollt.

Revolverheld – „Ich lass für Dich das Licht an“

Was Sänger Johannes Strate sagt: Ich opfere mich auf für Dich, weil ich Dich so liebe, wie Du bist.

Was er wirklich sagt: Wer ficken will, muss freundlich sein.

Max Giesinger – „Wenn sie tanzt“

Was er sagt: In der Phantasie ist alles möglich, auch kurze Auszeiten. Nimm sie dir, du hast sie dir verdient!

Was er wirklich sagt: Dein Leben ist vorbei, Single Mom. Pech gehabt!

Wincent Weiss – „Musik sein“

Was er sagt: Musik, du toller Emotionsverstärker!

Was er wirklich sagt: Ich habe „Absolute Giganten“ gesehen und aus einem Zitat daraus einen ganzen, nichtigen Song schreiben lassen.

Tim Bendzko – „Keine Maschine“

Was er sagt: Mein Popstarleben und Euer Alltag, beides anstrengend. Lasst uns mal Auszeiten nehmen!

Was er wirklich sagt: Gar nichts, außer: Musikalisch bereite ich mich schon mal auf Schlagerparaden vor. Da ist langfristig viel mehr zu holen, das sehe ich doch an Maite, Flori, Bea und Co.!

Andreas Bourani – „Auf uns“

Was er sagt: Zusammen sind wir stärker, lasst uns das feiern!

Was er wirklich sagt: Ihr wollt gemeinsam saufen, heiraten oder Fußballturniere gewinnen, habt aber keinen eigenen Musikgeschmack? Nehmt das hier!

Adel Tawil – „Lieder“

Was er sagt: Tolle Musik war das damals, in meiner und Eurer Kindheit und Jugend in den Achtzigern und Neunzigern! Ratet mal mit, an welche Songs von früher ich mich da erinnere! Musik verbindet!

Was er wirklich sagt: Ich bin mir für kein Wortspiel zu doof, solange ich meine Käufer an ihrem schwächsten Punkt erwische: Nostalgie. Wer interessiert sich schon für wirklich neue Musik? Tun ja nicht mal die Privatradiosender, auf denen ich gespielt werde!

Glasperlenspiel – „Geiles Leben“

Was sie sagen: Feiern ist nicht alles!

Was sie wirklich sagen: Feiert doch mal alle schön zu diesem Track, mit dem wir es vielleicht nie zum ESC oder in die Clubs von Ibiza schaffen, aber garantiert in Eure nächste Großraumdiskothek in Geldern, Pahlen oder Palma de Mallorca.

Und so weiter und so fort.

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