Fans protestieren gegen KI-generierte Pornobilder von Taylor Swift


Unter dem Thema „Taylor Swift AI“ überschwemmen Swifties X mit Content, um die Sängerin zu schützen.

Die treue Fangemeinde der Grammy-nominierten Taylor Swift ist aufgebracht und mobilisieren sich gegen das Aufpoppen von KI-generierten, expliziten Bildern der Popsängerin auf X. Die Bilder mit pornographischen Inhalten sind am Dienstag (23. Januar) auf der Plattform aufgetaucht und haben sich schnell verbreitet. Sogenannte Deepfake-Fotos und -Videos können rufschädigend sein – und emotional verheerende Folgen haben. Trotzdem gibt es in den USA kein Gesetz, welches die Erstellung solcher Inhalte verbietet.

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Taylor Swift AI

Die KI-generierten pornographischen Bilder tauchten vor allem auf der X auf und wurden von Tausenden geteilt, kommentiert und geliked. Die Deepfakes bezogen sich auf die öffentlichkeitswirksame Romanze der Sängerin mit dem Kansas-City-Chiefs-Spieler Travis Kelce. In den Kommentaren äußerten sich Swifties empört über die geschmacklosen Inhalte und setzten ein deutliches Zeichen, um die Verbreitung dieser Bilder zu stoppen. Unter dem Trendthema „Taylor Swift AI“ und mit dem Hashtag „Protect Taylor Swift“ überfluten sie die Plattform mit unzusammenhängenden Posts, um die expliziten Deepfakes dadurch untergehen zu lassen. Sie richten außerdem einen Appell an Elon Musk, etwas gegen diese missbräuchliche Nutzung von KI auf X zu unternehmen.

Das Problem der Deepfakes

Auch andere Prominente, wie Bella Thorne, Miley Cyrus, Jennifer Lawrence und Rihanna waren bereits Opfer von Deepfake-Videos und -Bildern. Die fehlende gesetzliche Regulierung in den USA bezüglich KI-generierten Bildern wird dabei besonders deutlich.

Der „Deep Fakes Accountability Act of 2023“ wurde letztes Jahr von der Abgeordneten Yvette Clarke eingeführt, der Urhebern vorschreibt, Deep-Fake-Inhalte mit einem digitalen Wasserzeichen zu versehen. Die Verordnung muss jedoch noch im Kongress ratifiziert und verabschiedet werden.

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Gesetzliche Regelung in Deutschland

Auch in Deutschland ist die Erstellung von Deepfakes nicht per se verboten. Bei anstößiger Verwendung von Deepfakes könnten den Verantwortlichen jedoch verschiedene Verstöße vorgehalten werden.

  • Die Software, die zur Erstellung von Deepfakes verwendet wird, benötigt Bild- oder Videomaterial als Grundlage. Es ist wichtig zu beachten, dass diese Vorlagen urheberrechtlich geschützt sein können. Daher kann eine Vervielfältigung ohne die Erlaubnis des Urhebers zu einer Urheberrechtsverletzung führen. Bei einem solchen Verstoß ist es üblich, dass eine Abmahnung mit einer Unterlassungserklärung und der Forderung von Schadensersatz erfolgt.
  • Zusätzlich besteht gemäß dem Kunsturheberrechtsgesetz die Möglichkeit eines Verstoßes gegen das Recht am eigenen Bild. Dies bedeutet, dass für die Verwendung von Bildern einer Person deren Einwilligung erforderlich ist. Allerdings kann es in bestimmten Fällen Ausnahmen geben, dazu gehören insbesondere Personen des öffentlichen Lebens.
  • Der Inhalt von Deepfake-Videos kann, je nach Ausrichtung, gegen das Persönlichkeitsrecht der abgebildeten Person verstoßen. Dies könnte zu strafrechtlichen Konsequenzen führen, darunter Beleidigung, Verleumdung oder üble Nachrede. Es ist daher entscheidend, die rechtlichen Konsequenzen und ethischen Aspekte im Zusammenhang mit der Erstellung und Verbreitung von Deepfakes zu berücksichtigen.