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Listicle

Die Top 9 der interessantesten Ermittler-Teams in Serien

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Ob nun klassische Krimis, Thriller oder Mystery, wenn mindestens zwei Menschen zusammentreffen, um gemeinsam kriminelle Machenschaften aufzudecken, dann wird diese Teamarbeit zum Highlight, wenn sich was zwischenmenschlich entwickelt. Dabei ist vieles möglich: von Rivalität bis zu Freundschaft und große Liebe. Diese Ermittler in Serie entsprechen nicht den Stereotypen von Polizei-Kumpanen und erweitern sogar den Begriff Partnerschaft.

1. Ellie Miller und Alec Hardy aus „Broadchurch“ (Netflix)

So kühl wie die Brise der südenglischen Küstenstadt Broadchurch ist auch die erste Begegnung zwischen Ellie Miller (Olivia Colman) und Alec Hardy (David Tennant). Kein Wunder, schließlich schnappt der schottische Detective Inspector Hardy seiner einheimischen Kollegin den Job vor der Nase weg und ist plötzlich ihr Vorgesetzter. Die Dynamik zwischen den beiden ist sehr spannungsgeladen, nur leider müssen die zwei nun sehr viel Zeit miteinander verbringen. Hardy braucht Miller, weil sie im Mordfall um einen elfjährigen Jungen viel mehr Zugang zu den Menschen hat, da viele von ihnen ihre Freunde sind. Die Polizistin wiederum ist fasziniert von Hardys Spürnase, jedoch gibt er ihr keine Chance, sich auf seine Seite zu stellen, weil er mit seiner missmutigen Art überall aneckt. So weigert er sich etwa, sie bei ihrem Vornamen zu nennen, weil dieser ihm vom Klang nicht gefällt.

Der Schlagabtausch ist typisch britisch – trocken und viele Punchlines. Nach einigen Malen „bloody hell“ und „piss off“ wird einem sehr deutlich gemacht, die beiden begegnen sich stets auf Augenhöhe – trotz Chef-Mitarbeiterin-Situation. Das Verhältnis der beiden entwickelt sich langsam, vor allem die Zwischentöne sind so schön ungeschickt fürsorglich, dass man sein Herz schnell an die beiden Querköpfe verliert.

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2. Rust Cohle und Martin Hart aus „True Detective“ (Amazon Prime, Sky Ticket)

„Ich habe eine Idee, lass‘ uns das Auto zu einem Platz von stiller Reflexion machen“, sagt Marty Hart (Woody Harrelson) als sich der als eher in sich gekehrte Rust Cohle (Matthew McConaughey) ihm endlich öffnet. Nicht gerade die Buddy-Cop-Beziehung, die die 80er und 90er in Dauerschleife gezeigt haben. Hart, ein Lebemann, sucht stets Ablenkung im Privaten, während Cohle kein Privatleben hat. Das macht sie so gut wie inkompatibel. Dabei sind sie einem Serienmörder auf der Spur, der besonders verstörende rituelle Taten begeht – der Fall ihres Lebens, wie sich später herausstellt.

Ihre Beziehung ist komplex, mal scheint es eine Freundschaft, mal eine Rivalität. „Weißt du, wie es ist, dein Partner zu sein, hm? F* you“, sagt Marty einmal, daraufhin antwortet Rust, „ohne mich, gibt es dich nicht, also schreib‘ den f* Bericht“. Hier zeigt sich sehr deutlich ihr Kampf, sie wollen nicht nur die Oberhand haben, sondern in den Kopf des anderen dringen – psychologische Kriegsführung, weniger Unterstützung. Den Figuren werden viele Eigenarten zugestanden, weshalb sie eben nicht Klischees vom Dauersprüche-Klopfer oder den immer „knallharten Kerlen“ entsprechen. Ganz im Gegenteil. Sie besitzen Dämonen, Laster, Traumata, wodurch sie beinahe unfähig für ihren Job erscheinen. Dieser wiederum ist das Einzige, was die zwei vor der endgültigen Selbstaufgabe rettet und sie zusammenbringt. So schön „kaputt“ und kongenial waren TV-Ermittler selten.

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3. Dexter Morgan und Debra Morgan aus „Dexter“ (Amazon Prime, Sky Ticket)

Zugegeben, ein klassisches Ermittler-Duo sind die Geschwister aus der Serie von 2006 nicht. Das liegt zum einen daran, dass Dexter (Michael C. Hall) als Forensiker arbeitet und Debra (Jennifer Carpenter) sich als Polizistin durchschlägt und sie damit in unterschiedlichen Abteilungen beschäftigt sind. Zum anderen lebt Dexter ein Doppelleben als Serienmörder. Nichtsdestoweniger lösen die beiden gemeinsam Fälle. So stößt Dexter Debra durch sein psychologisches Verständnis von Delinquenten immer wieder in die richtige Richtung bei besonders schwierigen Morden. Debra gibt Dexter hingegen Einblick in soziale Gefüge, die er selbst wegen fehlender Empathie kaum versteht, was auch ihm in seiner kriminellen Laufbahn hilft. Die Dynamik entspricht der aus „Schweigen der Lämmer“ – nur noch moralisch verzwickter. Die junge Frau liefert vor ihren Vorgesetzten immer wieder Ergebnisse und so wird Debra befördert. Das Bündnis der Geschwister wird auf ein ganz neues Level gehoben, als Debra ihr eigenes Gespür auf der Jagd nach Verbrecher entwickelt.

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4. Linden und Holder aus „The Killing“ (Amazon Prime)

Die Neuverfilmung der dänischen Krimiserie „Kommissarin Lund“ hat alles, was eine gute, moderne Crime-Story benötigt. Dauerregen, ein unbegreifliches Verbrechen und Verwicklungen bis in die höchsten Ämter. Sarah Linden (Mireille Enos) ist leitender Detective bei der Mordkommission. Ihre Erfahrung überzeugt das Dezernat, sie im Mordfall um das Mädchen Rosie Larsen (Katie Findlay) einzusetzen. Plötzlich steht mit einem Korb mit all seinen Sachen ihr neuer Kollege Stephen Holder (Joel Kinnaman) in ihrem Büro. Und obwohl er ihr aufs Auge gedrückt wird, entwickelt sich zwischen der Mutter eines Sohnes und dem Heißsporn mit Straßen-Attitüde Holder langsam so etwas wie Vertrautheit.

Die beiden gehen im Laufe der Erzählung durch ihre ganz persönliche Hölle, finden sich aber immer wieder als Anker. So lösen sie ihre Fälle, weil sie vor der eigenen Selbstaufgabe nicht zurückschrecken und tatsächlich einen Partner im anderen finden. So sagt Holder einmal: „Du bist immer noch mein BFF.“ Der große Reiz besteht bei dem Duo in ihrer Verschiedenheit – sie würden auf jeden Fall nicht in die gleiche Bar gehen. Bevor sich aber auch nur der Hauch von romantischer Liebe auftut, ist es wohl eine Anziehung zwischen zwei stets unruhigen Seelen, die die Serie trägt.

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5. Mulder und Scully aus „Akte X“ (Amazon Prime, Joyn, Sky Ticket)

Wenn eine Serie elf Staffeln lang produziert wird und auch noch Kinofilme folgen, dann liegt das natürlich auch an den Hauptfiguren. Fox Mulder (David Duchovny) und Dana Scully (Gillian Anderson) sind Ikonen unter den Serien-Ermittlern. Sie arbeiten beim FBI und gelten beide als besonders gut in ihrem Fach. Allerdings wird Mulder wegen seiner Vorliebe für das Übernatürliche gerne als „Spooky Mulder“ verspottet. Daher sind sie zunächst keine Partner im eigentlichen Sinne. Denn die Medizinerin und Katholiken wird förmlich dafür eingesetzt, das Treiben von Mulder zu überwachen und seinen „Quatsch“ zu entlarven, damit seine Abteilung im FBI geschlossen werden kann.

Sie sehen die Welt völlig anders, arbeiten aber mit der Zeit gemeinsam an den sogenannten X-Akten über paranormale Fälle. Scully versucht alles, was sie bei ihren Ermittlungen entdeckt, immer auf eine wissenschaftliche Grundlage zurückzuführen, während Mulder sicher ist, dass es Außerirdische gibt. Mulder übernimmt immer den Part, seine Kollegin vom Übernatürlichen und damit auch die Zuschauer zu überzeugen. Gleichzeitig ist Scully diejenige, die den seit der Entführung seiner Schwester traumatisierten Mulder immer wieder auf die Beine hilft.

Akte X“ ist ein Vorreiter für das Mystery-Genre, sie hat aber auch gezeigt, wie lange man eine romantische Beziehung zwischen zwei Figuren anbahnen kann. Es beginnt alles mit einer Freundschaft – und es dauert gar bis zur achten Staffel bis die zwei sich das erste Mal so richtig küssen. Durchhaltevermögen ist also angebracht. Auf dem Weg erlebt man ein verdammt gutes Team. Dabei erzählen sie sich oft nur das Nötigste oder versuchen einander immer wieder vom Gegenteil zu überzeugen. Das sorgt selbst bei Horror, Monster und Mystik für einige Lacher.

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6. Dean Winchester und Sam Winchester aus „Supernatural“ (Amazon Prime)

Dean (Jensen Ackles) und Sam (Jared Padalecki) werden von ihrem Vater zu sogenannten Jägern ausgebildet, nachdem ihre Mutter von einem Dämon getötet wird. Die Story vermischt viele Legenden und Religionen und bringt die beiden öfter mit Himmel und Hölle in Berührung als ihnen lieb ist. Die erfolgreiche Mystery-Serie mit insgesamt 15 Staffeln funktioniert so gut, weil die Dynamik zwischen dem Haudegen Dean und dem einfühlsamen Sam sich immer wieder ändert. So erlebt man Dean meist als jemanden, der lieber seine Muskelkraft spielen lässt, während Sam als Recherche-Ass selbst gegen altertümliche Monster ein Gegenmittel findet. Doch in einer Welt, in der du Deals mit dem Teufel machen kannst, verliert Sam einmal gar seine Seele, was Dean in die Lage versetzt, von seinem Egotrip abzuweichen. Noch interessanter wird dieses Duo natürlich dadurch, dass familiäre Strukturen sich mit ihrer Arbeit als Monsterjäger vermischen.

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7. Karen Duvall und Grace Rasmussen aus „Unbelievable“ (Netflix)

Frauen als Ermittlerinnen werden gern als hart und kühl dargestellt. Sie wollen ihren männlichen Kollegen nacheifern oder mit ihnen auf Kriegsfuß stehen. Das andere Extrem sind die mütterlich Fürsorglichen, die am besten mit Opfern umgehen können. In der Netflix-Miniserie „Unbelievable“ verzichtet man sichtlich auf solche eingeübten Assoziationen. Detective Grace Rasmussen (Toni Collette) und Detective Karen Duvall (Merritt Wever) sind beides Macherinnen. Sie werden unverhofft zu einem Team als sich Zusammenhänge zwischen Vergewaltigungsfälle auftun an denen sie arbeiten. Sofort machen sie einander klar, dass sie auf eine „Schwesternschaft“ gar keine Lust haben. Sie sehen sich aber auch nicht als Konkurrenz, sondern respektieren einander und ihre Eigenheiten, ziehen sich aber auch stets auf. Grace etwa, macht sich über Karens Kraftausdrücke lustig. Sie sind gründlich, erkennen sofort Missstände im System, verlieren aber auch nie die Person aus den Augen, die vor ihnen sitzt. Das macht sie ganz von allein zu einer Einheit, die sie mit Ghettofaust untermauern.

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8. John Kennex und Dorian aus „Almost Human“ (Amazon Prime)

Wer glaubt, schon jede Form von Partnerschaft im Ermittler-Team gesehen zu haben, der sollte dem Polizisten John Kennex (Karl Urban) und seinem Partner Dorian (Michael Ealy) eine Chance geben. Die Serie spielt 2048. Durch Wissenschaft und Technologie ist die Kriminalitätsrate in der Zukunft stark angestiegen. Deshalb werden menschliche Polizisten von Androiden unterstützt. Kennex ist nicht unbedingt ein Fan von ihnen, weil sie allein auf Logik basiert Entscheidungen treffen. Als sein neuer Roboter ihn derart nervt, entsorgt er ihn kurzerhand. Allerdings erhält er anschließend ein älteres Modell – genannt Dorian. Dieser entspricht überhaupt nicht dem typischen Androiden, weil er ein paar „Fehler“ hat. Diese stellen sich als allzu menschlich dar. Außerdem besitzt er einen sehr trockenen Humor und lässt sich von Kennex nicht als Arbeitswerkzeug behandeln. Ganz im Gegenteil, sie entwickeln eine Beziehung.

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9. Sherlock und Watson aus „Sherlock“ (Netflix)

Wenn es ein Original an Ermittler-Duos gibt, dann sicherlich Sherlock Holmes (Benedict Cumberbatch) und Dr. John Watson (Martin Freeman). Die beiden Figuren aus der Feder von Arthur Conan Doyle hat ihr letztes Update durch die Netflix-Serie „Sherlock“ bekommen. Die hat das berühmte Duo ins heutige London statt in das vom 19. Jahrhundert gebracht. Hat sich die Buchversion des berühmten Detektivs dazu verschrieben, sich allein auf Logik bei der Verbrechensbekämpfung zu konzentrieren, wird in der neuen Version die Figur noch ein Stückchen antisozialer und abweisender. Sherlock bezeichnet sich gar als Soziopathen. Ob das pathologisch wirklich so ist, bleibt unklar.

Sherlock ist aber sicherlich kein Menschenfreund – er ist jemand, der Empathie als hinderlich versteht. Der ruhige, bedachte Watson wird ihm mit der Zeit ein echter Freund, weil er sich davon nicht abschrecken lässt. Watson ist angezogen von der selbst ernannten Denkmaschine. Er wird durch seine positive Perspektive auf Menschen zu einem wichtigen Berater für Sherlock. Der revanchiert sich damit, dass er seinen Freund schamlos ausnutzt, ihn hinters Licht führt und großes Leid bereitet. Er würde aber auch sein Leben für Watson riskieren. Diese spezielle Beziehung fasziniert seit jeher. Der Unkonventionelle, der von seinem Partner so akzeptiert wird, wie er ist. Das macht die beiden so stark im Doppelpack.

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