Toggle menu

musikexpress

Suche

Von genial bis egal: Wir haben uns alle 9 Alben der Foo Fighters noch einmal angehört

von

They stick around: Seit nunmehr 23 Jahren sind die Foo Fighters nicht nur eine feste Größe im internationalen Rockzirkus, sondern Teil der absoluten Oberklasse. Mit ihren Alben haben sie ein Abo auf Gold- und Platinauszeichnungen, ihre kommende neunte LP CONCRETE AND GOLD dürfte dieser Erfolgsgeschichte keinen Abbruch tun. Wird also selbst beim Musikexpress Zeit für eine kleine Werkschau.

Foo Fighters – FOO FIGHTERS (1995)

Grohls Abnabelung von der zu bewältigenden Nirvana-Vergangenheit war gleichzeitig ein Achtungserfolg mit Ausblick: Wer auf seinem im Alleingang eingespielten Debüt mal eben Rocksongs wie „This Is A Call“ und „For All The Cows“ raushaut, hat mehr als einen (guten) Platz hinter dem Schlagzeug verdient. Auch erfrischend war die humoristische Seite der Foo Fighters (siehe „Big Me“-Video), die bei Nirvana zwar immer auch da war, unter dem so depressiven wie ikonischen Grungesound aber stets zu kurz kam.

90S GIFs - Find & Share on GIPHY

Foo Fighters – THE COLOR AND THE SHAPE (1997)

Nicht nur die endgültige Emanzipation von der eigenen Geschichte, sondern die frühe Anmeldung auf den Rockolymp: THE COLOR AND THE SHAPE gilt nicht nur als der bis heute unerreichte Klassiker der Foo Fighters, sondern auch als eines der besten Alben der 90er überhaupt. Produziert von Gil Norton, schuf Grohl Instant Evergreens wie „Everlong“, „My Hero“, Balladen wie „February Stars“ und „Walking After You“ und damit die Corporate Identity des Bandsounds, wie wir ihn bis heute kennen. Während sich Grunge-Epigonen wie Creed und Co. – teilweise leider sehr erfolgreich – noch immer am Aufwärmen von gerade erst Dagewesenem versuchten, läuteten die Foo Fighters eine neue Ära ein: Schluss mit Introvertiertheit, Depressivem, Lebensverneinendem oder Pathetischem, her mit Hooklines, Hardrock und den großen hemdsärmeligen Hymnen.

Foo Fighters – THERE’S NOTHING LEFT TO LOSE (1999)

Wer würde den Foo Fighters verübeln wollen, dass sie nicht nur THE COLOR AND THE SHAPE nicht nochmal geschrieben haben, sondern zudem viel dahin Plätscherndes („Aurora“, „Ain’t It The Life“) anboten –  wenn sie dafür gleichzeitig mit Feelgood-Hits wie „Learn To Fly“ und „Generator“ um die Ecke kamen? Eben. Und spätestens damals, 2002, als Grohl und seine Jungs im Video zu „Learn To Fly“ ein komplettes Passagierflugzeug nachspielten, stand fest: Wir haben es hier offenbar noch immer mit einem sehr lustigen und sympathischen Zeitgenossen zu tun. Es sollten noch sehr viele Beispiele folgen.

Music GIFs - Find & Share on GIPHY

Foo Fighters – ONE BY ONE (2002)

Ihr Wiedereinstiegsversuch in die düsteren Ecken der Rockmusik, in die Grohl immer schon gerne mal reinschielte. Rein kommerziell ein großer Erfolg: „Times Like These“ wurde zurecht ein weiterer Hit, mit dem Opener „All My Life“ gewannen sie gar einen Grammy für die beste Hardrockperformance. Es war ihr dritter, acht weitere sollten noch folgen. Selbst Grohl aber sagte später über das Album: „Four of the songs were good, and the other seven I never played again in my life. We rushed into it, and we rushed out of it.“

Foo Fighters GIFs - Find & Share on GIPHY

Foo Fighters  – IN YOUR HONOR (2005)

Gleiches müsste er eigentlich über die kommenden beiden Alben sagen: Auf dem Laut-Leise-Doppelalbum IN YOUR HONOR verwalten sich die Foo Fighters selbst – mehr nicht. Es sollte angeblich ihr unverzichtbarstes Album werden und wurde das Gegenteil. Außer der mittlerweile obligatorischen Übersingle („Best Of You“) ist wirklich nichts hängen geblieben, weder im Ohr noch in den Setlists der Foo Fighters. Doch, Moment: Liam Gallagher lobte Foo-Fighters-Drummer Taylor Hawkins erst neulich beim Glastonbury 2017, den vom ihm gesungenen Song „Cold Day In The Sun“ fände er ganz toll. Nein, doch nicht, pardon: Gallagher meinte einen neueren Solotrack von Hawkins. QED: IN YOUR HONOR hat der garantiert auch vergessen.

 

Foo Fighters  – ECHOES, SILENCE, PATIENCE AND GRACE (2007)

Und es geht noch egaler: „Let It Die“, „Summer’s End“, „Stranger Things Have Happened“ – sie alle haben gute Momente, sie alle klingen aber wie ein Aufguss aus anderen Songs der Foo Fighters, die man so oder so ähnlich schon auf sechs Alben immer wieder mal gehört hat. Trotz oder auch wegen des ersten Instrumentalstücks ihrer Karriere („Ballad Of The Beaconsfield Miners“), das verschütteten Minenarbeitern gewidmet war: verzichtbare Platte.

Foo Fighters – WASTING LIGHT (2011)

Ein Comeback wie ein Schlag in die Fresse: Mit WASTING LIGHT pulverisierten die Foo Fighters nicht nur die ohnehin nichtigen Vorgänger, sie legten auch ein dreckiges Rockalbum mit Punkattitüde hin, das sich hinter THE COLOR AND THE SHAPE zumindest nicht verstecken muss. Vielleicht kein Zufall, dass hier erstmals seit damals wieder Gitarrist Pat Smear mit ihm Studio stand (und Ex-Nirvana-Bassist Krist Novoselic als Gast auf der Matte). Endlich hatte eine ihrer LPs wieder mehr Killer als Filler und mit der ersten, erfrischend unkonventionellen Single „White Limo“ (featuring Lemmy Kilmister im Video) endlich wieder einen Überraschungsmoment. Wer Corporate-Rock-Hits wollte, bekam mit „Walk“ und „These Days“ natürlich auch die. Grohl bewies wieder: Wer kann, der kann eben doch.

Foo Fighters – SONIC HIGHWAYS (2014)

Die ambitioniertesten Alben sind nicht immer die besten (siehe IN YOUR HONOR): Die Geschichte hinter SONIC HIGHWAYS – Band nimmt Songs in diversen legendären US-Studios mit berühmten Musikern auf und erzählt somit auch von einem Roadtrip in und durch die Rockmusikgeschichte ihres Landes, über den gar eine HBO-Doku entstand – ist hervorragend. Die Songs selbst kommen da leider nicht mit. Halb so tragisch also, dass der lange spekulierte zweite Teil von SONIC HIGHWAYS nie erschien.

Foo Fighters – CONCRETE AND GOLD (2017)

Mit den ersten beiden Singles „Run“ und „The Sky Is A Neigborhood“, dem einschläfernden Titel CONCRETE AND GOLD sowie ihrem immensen Tourprogramm legen die Foo Fighters nahe, dass von ihnen 2017 keine Überraschung zu erwarten ist. Erste Liveversionen von Songs wie „La Dee Da“ erinnern an Bekanntes wie „All My Life“. Den Fans gefällt das schon jetzt, den Kritikern gefällt die Band ohnehin seit Jahren nicht mehr. Lassen wir die Foo Fighters also weiterhin das unters Volk bringen, was sie am besten können: Entertainment. Bei uns überprüfbar beim Lollapalooza Berlin 2017, wo sie ihr einziges Deutschlandkonzert 2017 spielen werden.

Warum die Welt kein neues Album der Foo Fighters braucht – es ihr aber auch nicht schaden wird

mehr: ,
nächster Artikel
voriger Artikel

Das Heft

Jetzt den Newsletter abonnieren!

Jede Woche neu: alle Nachrichten, Liveberichte, Gewinnspiele, Rezensionen, Videos, Charts, Listen und mehr!

Bitte lies dazu unsere Datenschutzhinweise
Share
teilen
teilen
twittern
teilen
mailen