ME 06/22

Der Musikexpress 06/2022 mit Arcade Fire, Florence + the Machine, Rammstein & 50 geheimen Gastauftritten – die Themen im Überblick

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Zum Einstieg wie immer unser „Making-Of“ aus dem hier beworbenen Printprodukt:

HEIMLICHKEITEN FÜR ALLE

Hat man erst einmal bemerkt, dass in den Straßen immer wieder verlorene Haargummis liegen, entdeckt man plötzlich an jeder dritten Ecke welche. Ein Hoch auf die selektive Wahrnehmung. Dieser Effekt verfolgt uns gerade auch in der Musikexpress-Redaktion. Nur sind es keine Haargummis im Rinnstein, die uns heimsuchen, sondern Cameos. Also das Aufblitzen von prominenten Gesichtern, wo man sie nicht vermutet.

„Hä, war der mit der Perücke in der einen Szene nicht dieser bekloppte Typ von ‚Jack-Ass‘?! Ah, wie heißt er noch!?“ Ja, liebe Kollegin, das war Steve-O – soll ich dir deine Tabletten bringen? Du bist ja ganz rot im Gesicht. Und je obskurer, je verwischter, desto wertiger ist das Entdecken eines Cameos natürlich. These: Vielleicht geht dieser Suchzwang auf die Zeiten zurück, in denen man als Kind in der Zeitschrift „Brigitte“ auf der Kidsseite die regelmäßig versteckte kleine Maus finden sollte. Der nagetierige Cameo-Nukleus sozusagen.

In dieser Ausgabe widmen wir uns nun endlich auch mal Cameo-Auftritten in der Popmusik. Wer spielt inkognito auf welcher Platte mit? Wer ließ sich extra im Booklet ausschweigen? Welche Ikone stand einfach versehentlich mit im Studio rum, als aufgenommen wurde? Unsere Ausbeute ist üppig, der Spaß damit möge es ebenfalls sein – und, Moment mal, liegt dahinten nicht noch ein Haargummi?!

Der Musikexpress 06/2022 – die Themen im Überblick:

Arcade Fire – Generation A

Fünf Jahre nach EVERYTHING NOW veröffentlichen Arcade Fire ein neues Album. WE verkörpert die Rückkehr zu alter Stärke – und ist inspiriert von einem dystopischen russischen Schriftsteller aus dem frühen 20. Jahrhundert, dem Ende des amerikanischen Traums und der Zukunft unserer Kinder. Vor allem aber: Es katapultiert die Band um die Eheleute Win Butler und Régine Chassagne zurück an die Spitze des Indie-Rock. So überzeugend waren sie lange nicht.

50 geheime Missionen

Die Wege von Arcade Fire und Peter Gabriel haben sich schon des Öfteren gekreuzt. So coverte der Ex-Genesis-Chef 2010 „My Body Is A Cage“, drei Jahre später revanchierten sich die Kanadier mit einer Fassung von „Games Without Frontiers“. Und dennoch ist Gabriels Hintergrundgesang auf dem neuen WE-Stück „Unconditional II (Race And Religion)“ eine Überraschung – weil er eben genau das sein soll. Kein großer Vermerk bewirbt die Beteiligung der Artrock-Legende. Versteckte Gastspiele ziehen sich durch die gesamte Pop-Geschichte. Wir verraten 50 der interessantesten.

Moderat – Füttert den Datenkraken!

Nach sechs Jahren Sendepause kehren Moderat, das Trio aus Gernot Bronsert und Sebastian Szary als Modeselektor und Sascha Ring als Apparat, mit ihrem vierten Album MORE D4TA zurück. Melancholisch, düster und unverwechselbar Moderat. Wir treffen die drei zu einem Gespräch auf der Datenautobahn.

Florence + the Machine – Keine Mutter. Keine Braut. Ich bin König.

Die beiden Pandemie-Jahre waren für Florence Welch ein Kampf auf vielen Ebenen: mit Panikattacken, Familienproblemen und dem ewigen Endgegner Alkoholismus. Vor allem aber mit dem unstillbaren Drang nach Performance. Ihr fünftes Album DANCE FEVER ist ein Befreiungsschlag, die manifestierte Rückkehr zum neuen, alten Leben auf den größten Bühnen.

Rammstein – German anerzogene Angst

Kaum eine deutsche Band ist frei von kultureller Aneignung. Kaum eine versucht nicht ihrem – immer unangenehmen – Deutschsein durch Schwarze oder angelsächsische Pop-Codes zu entfliehen. Außer Rammstein.

Richie „Plastikman“ Hawtin & Chilly Gonzales: „Künstlerische Freiheit entsteht immer durch Einschränkungen“

Stell dir vor, du hast ein bahnbrechendes Minimal-Ambient-Techno-Meisterwerk aufgenommen, und dann kommt 20 Jahre später ein Pianist daher, spielt zu deinen Tracks Klavier, nimmt das Ganze auf und findet jemanden, der diese Musik veröffentlichen will. So ist es Richie Hawtin a.k.a. Plastikman gegangen, der plötzlich damit konfrontiert wurde, dass sein Album CONSUMED jetzt auch Klavierparts enthält. Der ungefragte Pianist: Chilly Gonzales.

ME-Heldinnen: The Supremes – Drei Mütter für alle Girlgroups

Keine Girlgroup war in den Sechzigern erfolgreicher. Sogar den Beatles liefen sie in den Charts immer wieder den Rang ab. Mit den Supremes wurde die Grenze zwischen Schwarzem Musikmarkt und weißem Mainstream durchlässig. Wie drei junge Schwarze Sängerinnen aus Detroit mit glamourösem Style und unwiderstehlichen Popmelodien zu den Superstars der Motown-Ära wurden – und zum Inbegriff des „Sound of Young America“.

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Alben der Woche: Florence + the Machine, Kat Frankie und Perel
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